Ferngesteuert durch die Nacht – Das Phänomen Schlafwandeln

Schlafwandeln

Zu den unzähligen Schlafstörungen gehört mitunter auch das Schlafwandeln. Umherlaufen, schwimmen, Auto fahren – die kuriosesten Dinge geschehen in diesen Nächten. Doch woran kann man sich am nächsten Morgen erinnern und was ist der Auslöser für diesen Zustand? Gehört man womöglich selber zu den Schlafwandlern oder ist gefährdet? Ist es möglich, dass ein Mensch im Schlaf komplexe Handlungen ausführt? Ein Phänomen, das viele Fragen offen lässt.

Was passiert eigentlich beim Schlafwandeln?

Wenn sie aufwachen, erinnern sich Schlafwandler meist an nichts. Das liegt daran, dass sie nachts in einem geistigen Dämmerzustand agieren. Sie schlafen nicht richtig, sind aber auch nicht wirklich wach. Das Bewusstsein ist auf ein Minimum reduziert, so dass die Betroffenen unfähig sind, klar zu denken und Gefühle oder Schmerz zu empfinden. Schlafforscher haben einige Auffälligkeiten im Gehirn von Schlafwandlern festgestellt. Besonders in jungen Jahren ist man betroffen. Es wird davon ausgegangen, dass ein Ungleichgewicht im Gehirn entsteht. Dieses ist bei Kindern viel häufiger der Fall, da bei ihnen die Gehirnfunktionen noch nicht voll entwickelt und damit störanfälliger sind. Außerdem zählen auch Stress, Schlafmangel und Fieber zu typischen Verursachern. In den meisten Fällen verschwinden diese Schlafprobleme beim Erwachsenwerden wieder.

Kann Schlafwandeln gefährlich sein?

Sollte man bereits beobachtet haben, dass jemand schlafwandelt, raten Experten, Vorkehrungen zum Schutz des Wandelnden zu treffen. Zerbrechliche Gegenstände sollten aus dem Schlafzimmer entfernt, Türen und Fenster gesichert werden. Diese Vorkehrungen sind vor allem bei der REM-Schlaf-Verhaltensstörung zu beachten, da sie anders verläuft als bei den „klassischen Schlafwandlern“. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Schlafende während eines Traumes ungehemmt bewegen, etwa wild um sich schlagen. Diese Störung tritt gewöhnlich erst im mittleren Lebensalter auf. Auch dieses seltsame Phänomen ist Folge einer Fehlsteuerung im Gehirn.

Was kann gegen das Schlafwandeln helfen?

Was aber hilft nun gegen diese ungewollten Ausflüge in der Nacht? Es ist wichtig, dass man zunächst die Auslöser kennt. Dann können Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen. Die Methoden sind effektiv, wirken allerdings erst auf lange Sicht.

Ist Stress die Ursache für das Schlafwandeln, kann eine kognitive Verhaltenstherapie hilfreich sein. In jedem Fall empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, um andere Schlafstörungen auszuschließen.

Wer von euch hat auch schon einmal Erfahrungen mit dem Schlafwandeln gemacht?

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