WAS IST EIN ABENDMENSCH? - GLOSSAR

Was ist ein Abendmensch?

Schlafmediziner unterscheiden beim Schlafverhalten des Menschen verschiedene Schlaftypen (auch Chronotypen genannt). Wann wir aufstehen und zu Bett gehen, ist nämlich zu großen Teilen in unseren Genen festgeschrieben. Hier erfahren Sie, wie sich der Abendmensch definiert und welche Vorteile es bringt, den eigenen Schlaftyp zu kennen.

Inhalt:

Abendmensch

Wie definiert sich der Abendmensch?

Wussten Sie, dass Ihre innere Uhr einen großen Einfluss auf Ihren Tag-Nacht-Rhythmus hat? Der Abendmensch ist das genaue Gegenteil eines Frühaufstehers („Lerche“) und quält sich morgens aus dem Bett, weil die innere Uhr noch auf Schlaf und Erholung eingestellt ist. In der Regel muss er sich einen Wecker stellen, um zeitig aufzustehen. Als typischer Morgenmuffel kommt der Abendtyp vormittags nur langsam in Gang und kämpft mit Konzentrationsschwierigkeiten.

Erst am späten Nachmittag und Abend, wenn Morgenmenschen ihr Tagestief erreicht haben und langsam müde werden, lebt der Abendmensch richtig auf und ist geistig sowie körperlich in Höchstform. Das ist auch der Grund, warum Abendtypen auch Nachteulen genannt werden: Sie bleiben gerne bis in die Nacht hinein wach und gehen häufig erst nach Mitternacht ins Bett.

Abendmensch und Morgenmensch sind natürlich die beiden Extrempole unter den Chronotypen. Die meisten Menschen liegen mit ihrem individuellen Schlafverhalten irgendwo zwischen Eule und Lerche.

Warum sollte ich meinen Schlaftyp kennen?

Aufgrund ihrer Schlaf-Wach-Gewohnheiten werden Menschen in der Schlafmedizin in zwei klassische Typen eingeteilt: Abendmensch und Morgenmensch. Diese Schlaftypen sagen nicht nur etwas über das Schlafverhalten aus, sondern sind auch für die individuelle Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden relevant. Denn sie geben Anhaltspunkte dafür, wann Sie besonders aufnahmefähig und belastbar sind.

Ihren Schlaftyp zu kennen erlaubt es Ihnen, Ihren Alltag nach Möglichkeit an Ihrer persönlichen Leistungskurve zu orientieren. So können Sie sich besser einschätzen und sind bei Aktivitäten konzentrierter und effizienter. Außerdem erfahren Sie dadurch, wann der ideale Zeitpunkt für das Zubettgehen gekommen ist und können Schlafmangel vorbeugen. Schlafmangel ist nicht nur ein Leistungskiller, sondern wirkt sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit aus und schwächt das Immunsystem.

Als Abendmensch macht es Sinn, Ihren Schlaftyp auch bei der Berufswahl zu berücksichtigen. Weil Sie gerne spät ins Bett gehen, sollten Sie sich nach Möglichkeit für einen Beruf entscheiden, bei dem Sie morgens etwas länger schlafen können. Gleitzeitmodelle kommen den Bedürfnissen von Abendmenschen entgegen. Der Abendtyp eignet sich ebenfalls hervorragend für die Spätschicht oder die Tätigkeit als Nachtwächter.

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Besteht ein Zusammenhang zwischen Schlaftyp und Schlafdauer?

Der Unterschied zwischen Abendmensch und Morgenmensch bezieht sich auf den Zeitpunkt des Schlafs. Es besteht nicht zwingend ein Zusammenhang mit der Schlafmenge, die jemand benötigt, um erholt und voll konzentriert zu sein. Zumal sich die ideale Schlafdauer ohnehin von Mensch zu Mensch unterscheidet und sich im Laufe des Lebens verändern kann. Ein Abendmensch muss darum nicht zwingend zugleich ein Langschläfer sein. Folglich kann man aus der Schlafdauer nicht auf den Schlaftyp schließen.

Wie werde ich als Abendmensch morgens früher wach?

Die traditionelle Arbeitswelt stellt Abendmenschen vor Herausforderungen, weil viele Jobs ein frühes Aufstehen erfordern. Gegen die innere Uhr anzukämpfen, ist aber gar nicht so leicht. Als Abendmensch können Sie sich nicht einfach zum Morgenmenschen umerziehen, denn der Schlaftyp ist in den Genen festgeschrieben. Es gibt jedoch einige Tipps, die Sie befolgen können, um morgens besser in den Tag zu starten und sich wacher zu fühlen.

Dazu zählt, Ihre innere Uhr abends rechtzeitig auf Erholung zu programmieren, indem Sie Lichtquellen dimmen und Ihre Bildschirmzeit (Smartphone, TV und Co.) reduzieren. Eine feste Schlafroutine kann ebenfalls dabei helfen, zeitiger ins Bett zu gehen. Nehmen Sie sich deshalb vor, möglichst zur gleichen Zeit schlafen zu gehen. Morgens sollten Sie versuchen, eine Extradosis Sonnenlicht aufzunehmen: Eine helle Umgebung signalisiert dem Gehirn nämlich, in den Wach-Modus zu schalten. Auch eine Belohnung wie ein leckerer Kaffee oder ein heißes Bad kann motivierend wirken und es Ihnen als Abendmensch erleichtern, früher aufzustehen.

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