Traumdeutung: Das sagt dir dein Unterbewusstsein

19. April 2021

Traumdeutung ist für viele Menschen ein spannendes Thema, gerade weil unsere nächtlichen Gedankenausflüge oft verschwommen und mysteriös sind. Weißt du noch, was du letzte Nacht geträumt hast? Traumphasen erleben wir alle jede Nacht und manchmal können wir uns auch nach dem Aufwachen noch an Träume erinnern. Fliegen, wieder in der Schule sitzen, ein gefeierter Star sein… im Traum kann alles Mögliche und Unmögliche passieren. Wo kommen diese Träume her und was bedeuten sie? Gibt es vielleicht geheime Botschaften, die unser Gehirn uns damit verraten möchte? Antworten auf diese Fragen soll dir die Traumdeutung geben!

Wie kommt es zu komischen Träumen?

Träume entstehen im Unterbewusstsein und sind deshalb selbst mit dem Wissen der modernen Traumdeutung schwer zu untersuchen. Einig sind sich Wissenschaftler, dass wir im Traum Geschehnisse bzw. bestimmte Lebensereignisse verarbeiten. Unser Unterbewusstsein greift auf Eindrücke zurück, die in unserem Gedächtnis gespeichert sind und „bastelt“ daraus den Traum. Kannst du auch oft den Sinn hinter dem Inhalt deiner Träume nicht erkennen? Der logisch denkende Teil unseres Bewusstseins ist im Schlaf nicht aktiv – dadurch träumen wir auch von Dingen, die so nicht passiert sind oder ganz und gar unrealistisch sind, wie zum Beispiel, dass uns ein Monster jagt oder wir so klein wie eine Ameise sind.

Traumforschung

Häufige Motive in der Traumdeutung

Träume sind etwas sehr Persönliches und Einzigartiges. Eine allgemeingültige Traumdeutung gibt es daher im Grunde nicht. Vielmehr sollte man Träume immer im Zusammenhang mit der Situation und der Persönlichkeit des Träumenden deuten. Wer Angst vor Spinnen hat, empfindet eine Riesenspinne im Traum als Bedrohung, wer Spinnen mag, ist davon unbeeindruckt.

In der Geschichte der Menschheit wurde immer wieder versucht, Träume zu deuten, vom spirituellen Blick auf Traumbilder bis hin zu der wissenschaftlich fundierten Psychologie des 19. und 20. Jahrhunderts. Auch heute nimmt die Traumdeutung noch eine wichtige Rolle ein und wird weiter intensiv erforscht. Bekannte Persönlichkeiten, die sich bereits vergleichsweise früh mit der wissenschaftlichen Traumforschung auseinandersetzten, sind Sigmund Freud und Carl Gustav Jung.

Der österreichische Arzt Sigmund Freud (1856 - 1939) gilt als Begründer der Psychoanalyse und war auch in der Traumdeutungsforschung aktiv. Er verstand Träume als Verarbeitungsmechanismen, durch die man unterbewusst Situationen und Erfahrungen – vor allem jene, die von Kindheitserlebnissen beeinflusst werden – aufarbeitet. Manche Elemente würden jedoch aktiv daran gehindert, in das Bewusstsein überzugehen. Einen Weg der Traumdeutung sah Freud in der Entschlüsselung von Symbolen, die einem im Traum begegnen, und zwar mit Hilfe von freien Assoziationen des Betroffenen.

Auch Carl Gustav Jung (1875 - 1961), ein Schweizer Psychiater, untersuchte die Bedeutung von Träumen – viele Jahre in engem Austausch mit Sigmund Freud, später jedoch in klarer Abgrenzung von dessen Theorien. Er war beispielsweise der Meinung, dass die freie Assoziation für die Traumdeutung nicht relevant sei, da Träume im direkten Zusammenhang mit der Gedankenwelt des Träumenden stünden. Daraus schloss Jung, dass man Traumsymbole mit passenden persönlichen Assoziationen verknüpfen sollte, um möglichst nah am Traumbild zu bleiben. Er prägte zudem den Begriff des „kollektiven Unbewussten“, das sich vom persönlichen Unbewussten einer Person abgrenzt und aus Jungs Sicht gewissermaßen eine psychische Grundstruktur der Menschen darstellt.

Es gibt einige Motive, die als häufig auftretende Traummotive bekannt sind, wie fliegen oder verfolgt werden. Für diese Traummotive gibt die Traumdeutung Anregungen, was tatsächlich dahinterstecken könnte. Vielleicht erkennst du auch das ein oder andere wieder…

Im Traum fallen

Traum vom Fallen

Hast du es auch schon einmal im Traum erlebt, dass du in die Tiefe gefallen bist? In der Forschung zur Traumdeutung ist der Sturz von einem Hochhaus bzw. aus einem Flugzeug oder der freie Fall ins Nichts ein häufig auftretendes Motiv. Es deutet darauf hin, dass du Angst davor hast, die Kontrolle zu verlieren. Möglicherweise befindest du dich gerade in einer Situation, auf die du keinen Einfluss hast, oder es steht ein Ereignis bevor, bei dem du einen Kontrollverlust befürchtest. Oft schreckt man aus dem Schlaf hoch, wenn man vom Fallen träumt. Tritt ein solcher Traum regelmäßig auf und wird zur Belastung oder führt gar zu Schlafmangel, sollte man ernsthaft überlegen, woher die Angst vor dem Kontrollverlust kommt und sich damit auseinandersetzen.

Im Traum fliegen

Viel schöner als der Traum vom Fallen ist der Traum vom Fliegen. Wer würde nicht gerne wie ein Vogel durch die Luft gleiten können?! Das Fliegen suggeriert ein Gefühl von Freiheit. Dieser Traum könnte bedeuten, dass du dich im Alltag eingeengt fühlst und dich nach mehr Freiheit sehnst. Da man von oben einen besseren Überblick über alles hat, kann der Traum vom Fliegen auch so gedeutet werden, dass du in einer Sache unentschlossen bist und dir mehr Durchblick wünschst.

Traum-Tod

Der Tod als Traummotiv gehört sicher in die Kategorie der Alpträume. Die Bedeutung des Traum-Todes muss aber nicht zwangsläufig beängstigend sein. Das Besondere ist nämlich häufig, dass man im Traum weiterlebt. Kaum verwunderlich also, dass der Tod in der Traumdeutung als Symbol für einen Wandel oder Neubeginn gilt. Man lässt das alte Leben hinter sich und beginnt ein Neues. Steht ein Jobwechsel oder ein Umzug in eine andere Stadt bevor? Große Veränderungen in deinem Leben, die dir Angst einjagen, beschäftigen dich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Schlaf.

Im Traum verfolgt werden

Traumdeutung Flucht

Monster, Ganoven, der Chef… Im Traum können die Verfolger unterschiedlichste Gestalten annehmen. Je nachdem, wer dich im Traum verfolgt, ändert sich die Traumdeutung. Eine Deadline auf der Arbeit kann ebenso ein Auslöser sein wie eine Entscheidung im Privatleben, die dir im Nacken sitzt. Wenn das gleiche Motiv oft wiederkehrt, solltest du ergründen, woher der emotionale Stress kommt, um den Traum von der Verfolgung zu verarbeiten.

Individuelle Traumdeutung

Die Traumdeutung funktioniert natürlich am besten, wenn man die Einzelheiten des Geträumten kennt. Lege dir ein Notizbuch und einen Stift griffbereit neben das Bett, um deine Träume zu notieren – sowohl einzelne Traumszenen als auch damit verbundene Emotionen. Das solltest du direkt nach dem Aufwachen machen, wenn der Traum noch präsent ist. Wenn du erstmal aufgestanden bist und unter der Dusche stehst, sind dir die Details nämlich oft schon wieder entfallen oder du kannst dich gar nicht mehr an den Traum erinnern.

Auch wenn die Wissenschaft noch nicht alle Aspekte der Traumforschung entschlüsselt hat, so ist die Grundlage der Traumdeutung gar nicht so schwer. Häufig gibt es für einen Traum eine naheliegende Erklärung aus deinem Alltag. Denn vieles, das du erlebst und das dich bewegt, findet einen Weg in die Welt deiner Träume – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Sie helfen uns dabei, nicht nur bedeutende Ereignisse, sondern den ganzen Alltag zu verarbeiten. Natürlich ist es unangenehm, wenn dich nachts beängstigende Träume plagen und du sogar aufwachst vor Schreck. Dennoch können sie eine Chance sein, deinen Sorgen auf den Grund zu gehen. Wie hast du dich im Traum gefühlt und in welcher Situation im Alltag fühlst du dich ähnlich? Lässt sich die Szene aus dem Traum auf eine reale Situation übertragen? So hast du einen Anstoß für deine Selbstreflexion!

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