Unsere innere Uhr: Woher der Körper weiß, wieviel Uhr es ist

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Während sich der Morgenmuffel morgens noch aus dem Bett quält, ist der Frühaufsteher bereits auf den Beinen und bereitet sich für den vor ihm liegendem Tag vor. Doch manch einer liegt auch irgendwo dazwischen und ist weder Langschläfer noch Frühaufsteher. Doch woher kommt das eigentlich und lässt sich dieses Verhalten beeinflussen? Die Antwort auf diese Frage ist unsere innere Uhr. Nach welchen Phänomenen sie sich orientiert und was genau diese innere Uhr überhaupt ist, klären wir jetzt für dich!

  1. Unsere innere Uhr – Was ist das überhaupt?
  2. Warum haben wir eine innere Uhr?
  3. Unsere Gewohnheiten in Verbindung mit der inneren Uhr
  4. Eule oder Lerche?
  5. Welche Rolle spielt das Geschlecht?
  6. Die innere Uhr austricksen? Besser nicht!

Unsere innere Uhr – Was ist das überhaupt?

Die-innere-Uhr-was-ist-das-ueberhauptUnsere innere Uhr ist genauer betrachtet ein spannendes Phänomen. Sie ist ein innerer, biologischer Rhythmus, der eine Periodenlänge von circa 24 Stunden hat. Dieselbe Länge durchläuft auch unsere Umwelt. In diesen 24 Stunden ändern sich die Lichtverhältnisse und auch die Temperatur. Um genau zu sein, handelt es sich aber nicht um nur eine innere Uhr, sondern um viele verschiedene kleine innere Uhren. Diese tauschen untereinander die unterschiedlichsten Informationen aus und sorgen dafür, dass wir zur Nachteule oder zum Early Bird werden. Hierbei spielen Faktoren wie Tageslicht, Hormone, regelmäßige Verhaltensweisen und andere Dinge eine große Rolle. Die Sonne ist hierbei der größte Faktor. Unsere Augen reagieren sehr empfindlich auf unterschiedliche Lichtintensität. Somit können sie unserer inneren Uhr signalisieren, ob es Tag oder Nacht ist. Wenn es draußen dunkel ist, wird zusätzlich das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, das dazu führt, dass wir müde werden. Durch künstliches Licht und Rollos tricksen wir unsere innere Uhr aber oftmals aus.

Warum haben wir eine innere Uhr?

Früher war es sehr sinnvoll, dass unser Körper bei Nacht müde wurde. Schließlich konnte man ohne Licht keine Arbeiten erledigen und lief Gefahr, sich zu verletzen oder wilde Tiere zu übersehen. Doch heute ist es dank der Elektrizität anders. Trotzdem funktioniert unser Körper noch wie früher. Das merkt man besonders in den dunklen Jahreszeiten. Oftmals fühlt man sich im Herbst und Winter müde und schlapp. Dies lässt sich unteranderem durch die vermehrte Bildung von Melatonin erklären, da es in diesen Monaten deutlich weniger Sonnenstunden gibt und es früher dunkel wird. Auch künstliches Licht kann das, was die Sonne leistet, nicht ersetzen. Wenn du dich überwiegend drinnen befindest, dann gibst du deinem Körper nicht die Möglichkeit, so wach zu werden wie er könnte.

Unsere Gewohnheiten und die innere Uhr

Automatisch generierte BeschreibungDoch nicht nur Instinkte und Hormone beeinflussen unsere innere Uhr. Gewohnheiten spielen ebenfalls eine sehr große Rolle! Wenn man unter der Woche jeden Tag zur gleichen Zeit aufsteht, merkt sich der Körper das. Er passt seinen Schlafrhythmus an und wacht automatisch zum selben Zeitpunkt auf. Das merkt man besonders deutlich am Wochenende, wenn man eigentlich ausschlafen will und plötzlich um 7:00 Uhr hellwach im Bett liegt. Es lässt sich also bis zu einem gewissen Grad antrainieren, ein Frühaufsteher zu werden. Am besten probiert ihr es einfach mal aus und versucht sechs Wochen lang stets zur selben Zeit aufzustehen. Auch wenn es dir am Anfang schwerfällt, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen. Nach sechs Wochen sollte es aber bereits zur Gewohnheit geworden sein. So lange braucht der Körper nämlich, um sich an neue Umstände zu gewöhnen und die innere Uhr umzustellen!

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Lerche oder Eule?

Die einen machen die Nacht zum Tag, die anderen hüpfen morgens in der Frühe munter aus dem Bett. Welcher Chrono-Typ du bist, steckt in deinen Genen. Am gängigsten ist die Unterscheidung zwischen Eule und Lerche.

Die Lerchen zeichnen sich dadurch aus, dass sie immer früh auf den Beinen sind und aktiv in den Tag starten. Sie sind morgens am produktivsten und wenn die Eule erwacht, haben die Lerchen meist schon ihren halben Tag hinter sich. Dafür fällt der Lerche bereits vor Sonnenuntergang die Augen zu.

Die Eule im Gegenteil ist meistens vor 9:00 Uhr überhaupt nicht ansprechbar. Der Typ Eule startet träge in den Tag und braucht morgens erst einmal den ein oder anderen Kaffee, um in Schwung zu kommen. Die Eule ist nachtaktiv und hat gegen Abend die meiste Energie.

Aber nicht nur der Chronotyp ist individuell, auch die Schlafdauer eines jeden Menschen ist ganz unterschiedlich. Während der Durchschnitt zwischen sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht benötigt, gibt es auch einige, die mit mehr oder weniger Schlaf zurechtkommen.

Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Welche-Rolle-spielt-das-GeschlechtAutomatisch generierte BeschreibungDas Geschlecht spielt beim Schlafrhythmus eine große Rolle, denn es gibt subtile Geschlechtsunterschiede im Biorhythmus. Die innere Uhr von Frauen und Männern tickt dadurch anders.

Frauen haben einen ausgeprägteren Tag-Nacht-Rhythmus und sind morgens meist früher aktiv. Nachts oder am späten Abend haben sie größere Probleme, sich zu konzentrieren. Frauen sind also mehr der Typ Lerche, sie schlafen mehr und besser. Dies liegt unter anderem daran, dass sie abends mehr von dem Schlafhormon Melatonin ausschütten. Wenn ihr Schlaf nachts gestört wird, schlafen sie besser wieder ein und dafür gibt es eine einfache Erklärung: die Mutterrolle der Frauen. Wenn sie ihr Kind in den ersten Monaten stillen, sind Schlafunterbrechungen die Regel. Von der Natur wird dafür gesorgt, dass Frauen schneller wieder einschlafen.

Männer hingegen sind oft mehr Typ Eule. Sie kommen morgens nicht so gut aus dem Bett und sind gegen Abend noch aktiver. Männer weisen geringere Unterschiede zwischen ihrer Tages- und Nachtaktivität auf. Wenn Mann und Frau zusammenleben, passt sich ihr Schlafrhythmus aber oft automatisch an.

Die innere Uhr austricksen? Besser nicht!

Wer gegen seine innere Uhr lebt und dauerhaft zu wenig schläft, spielt mit seiner Gesundheit. Menschen, die zu wenig schlafen, können ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Diabetes tragen. Außerdem ist durch zu wenig Schlaf das Immunsystem geschwächt. So kommt es, dass Schlafmangel häufig anfälliger für Krankheiten macht und zu einem Gefühl der Schlappheit führt.

Wer guten Schlaf genießen und sich fit halten möchte, sollte daher möglichst auf seine innere Uhr hören. Die sagt dir, wann es Zeit zum Schlafen ist – oder wenigstens für eine kurze Verschnaufpause. Du wirst sehen, dass du anschließend wieder viel leistungsfähiger bist. 😊

 

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