Sekundenschlaf: Wie kommt es dazu und was kann man dagegen tun?

07. Mai 2021

Sekundenschlaf verbinden viele von uns mit übermüdeten Nächten auf der Autobahn. Wenn deine Augen immer wieder zufallen und sich einige Erinnerungslücken auftun, ist es bereits geschehen. Damit es gar nicht erst zu den unerwünschten Schlafattacken kommt, erklären wir dir hier, mit welche Verhaltensweisen Sekundenschlaf begünstigenund mit welchen Tipps du effektiv vorbeugen kannst.

Was versteht man unter Sekundenschlaf?

Sekundenschlaf am ArbeitsplatzSicher hast auch du schon einmal von Sekundenschlaf gehört. Das auch als Mikroschlaf bekannte Phänomen beschreibt ein ungewolltes Einnicken, das nur wenige Augenblicke lang andauert. Die Müdigkeitsattacke ist dabei so plötzlich wie unkontrollierbar. Oft ist den Betroffenen nicht einmal bewusst, dass sie für einige Sekunden nicht bei Bewusstsein waren. Sie denken, sie könnten trotz extremer Müdigkeit noch die volle Kontrolle über ihren Körper behalten. Doch dies ist ein Trugschluss mit oftmals fatalen Folgen. Gerade am Steuer ist Sekundenschlaf besonders gefährlich und es ist wenig überraschend, dass jedes Jahr mehrere Tausend Unfälle auf das Konto des plötzlichen Mikroschlafs gehen. Die Dunkelziffer ist nach Experteneinschätzungen noch höher.

Aber nicht nur auf der Autobahn, sondern generell in allen Situationen, die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Präzision von uns fordern, kann Sekundenschlaf uns schnell in eine brenzlige Lage bringen. Stell dir etwa vor, du arbeitest mit schweren Maschinen oder scharfen Gegenständen. Da Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen während des Mikroschlafs regelrecht lahmgelegt sind, reichen die wenigen Sekunden aus, um möglicherweise einen schweren Arbeitsunfall zu provozieren. Doch wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen: Wenn du die Signale deines Körpers nicht ignorierst, kannst du dem Mikroschlaf effektiv vorbeugen.

Sekundenschlaf – Das sind die Warnzeichen

Vielleicht kommt es dir so vor, als ob dich Sekundenschlaf unerwartet wie eine Lawine überrollt, aber in Wahrheit sendet dir dein Körper im Voraus einige Signale. Damit möchte er dich darauf hinweisen, dass es an der Zeit ist, eine Ruhepause einzulegen. Doch wie genau sehen die Warnzeichen aus? Zunächst einmal fühlst du dich müde und schlapp, oftmals begleitet von einer Schwere in deinen Gliedern. Du möchtest dich am liebsten ausruhen – und das solltest du auch. Gerade am Arbeitsplatz zwingen sich jedoch viele Menschen dazu „durchzupowern“, bis die Schicht zu Ende ist. Wenn du das Ruhebedürfnis deines Körpers weiterhin ignorierst, macht er dich mit Gähnattacken noch energischer darauf aufmerksam, dass ihm nach einer Auszeit ist.

 Müdigkeit vorbeugen

Manchmal kommen auch Kopfschmerzen, Fröstelattacken sowie unscharfes Sehen hinzu. Spätestens, wenn deine Augen immer wieder zufallen, herrscht bereits Alarmstufe rot. Denn an diesem Punkt kannst du wahrscheinlich nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob du nicht schon dem ein oder anderen Sekundenschlaf zum Opfer gefallen bist.

Sekundenschlaf entgegenwirken

Da Sekundenschlaf die Folge totaler Müdigkeit ist, oftmals gepaart mit einer monotonen Tätigkeit, konzentriert sich die Prävention auf das Schaffen von Entspannungsmomenten sowie einer abwechslungsreichen Routine. Je eintöniger deine Tätigkeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du irgendwann unkonzentriert wirst und ungewollt einnickst. Wenn du an deinem Arbeitsplatz beispielsweise einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehst, solltest du am besten jede Stunde einmal für 5 Minuten aufstehen und deinen Körper bewegen. So sorgst du für eine bessere Durchblutung und in Folge dessen einen wacheren Geist. Gehst du im Gegenzug einer körperlich anstrengenden Tätigkeit nach, solltest du auf regelmäßige Pausen achten, in denen du dich entspannst und deinem Körper Ruhe gönnst.

Gerade am Steuer meinen einige, sie könnten dem Sekundenschlaf ein Schnippchen schlagen, indem sie sich die aufputschende Wirkung von Kaffee zu Nutze machen. Doch den anfänglichen Energieschub bezahlen sie hinterher mit noch größerer Müdigkeit! Wenn du auf einer längeren Strecke merkst, dass du zu Kaffee greifen möchtest, solltest du dies als Signal deines Körpers begreifen, einen Gang herunterzuschalten. Fahre am besten den nächsten Rasthof an und gönne dir eine Pause. Für lange Strecken gilt: Schon bei der Reiseplanung genug Pausen einkalkulieren, nur ausgeschlafen losfahren und regelmäßige Fahrerwechsel einbauen. Und im Zweifel lieber eine Pause mehr machen. Denn auch wenn du schnell an dein Ziel kommen möchtest: Nichts ist so wichtig wie deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen.

Erholsamer Schlaf – die beste Prävention gegen Sekundenschlaf

Selbst wenn du auf ausreichend Balance in deinem Arbeitsalltag achtest, kann eine gestörte Nachtruhe Sekundenschlaf dennoch begünstigen. Schlafmangel kommt mit vielen unerwünschten Nebenwirkungen daher, lässt sich jedoch oft mit simplen Mitteln behandeln. Mache erholsamen Schlaf zu deiner Priorität und gönne dir eine entspannende Schlafroutine, die deinen Körper auf die bevorstehende Schlafenszeit einstimmt. Feste Zeiten zum Schlafengehen und Aufstehen helfen dir zusätzlich beim Ein- und Durchschlafen.

Gesunde Ernährung

Auch die Ernährung kann Einfluss auf die Schlafqualität haben. Schweres Essen am Abend steht einer erholsamen Nachtruhe im Weg, da der Körper aktiv mit der Verdauung beschäftigt ist, statt in den Ruhemodus zu schalten. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung hingegen ist nicht nur für deinen Schlaf förderlich, sondern macht dich auch tagsüber fitter. Regelmäßige Bewegung ist ebenfalls ein guter Helfer gegen ständige Müdigkeitsanfälle.

Bildnachweise:

Caio / pexels.com
Alexander Dummer / pexels.com
Sammy Williams / unsplash.com
Alyson McPhee / unsplash.com

Tags: Müdigkeit, Sekundenschlaf, Übermüdung
Kategorien: Allgemein, Hallo wach