Frauen schlafen besser allein – was ist dran am Mythos?

Frauen schlafen

Es ist kein Geheimnis: Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen die Gemeinschaft mit anderen, um uns wohlzufühlen. Doch gerade die Nachtruhe soll laut verschiedener Studien eine Ausnahme darstellen. Frauen schlafen nämlich angeblich besser allein. Was für Singles meist kein Problem darstellt, ist für zusammenlebende Paare komplizierter. Sollte zugunsten einer friedvollen Nachtruhe lieber in getrennten Betten geschlafen werden? Wir haben uns näher mit dem Mythos befasst und gehen möglichen Ursachen auf den Grund, warum Frauen mit Bettpartner*in schlechter schlafen sollen als allein.

  1. Frauen schlafen in Gesellschaft schlechter als Männer – Mythos oder Realität?
  2. Frauen schlafen unruhiger in Gemeinschaft – Die Evolutionsbiologie gibt Antworten
  3. Frauen haben einen anderen Schlaf-Wach-Rhythmus – Veränderungen verwirren die innere Uhr
  4. Das Ende des Doppelbettes? – Mit diesem Kompromiss können alle besser schlafen

Frauen schlafen in Gesellschaft schlechter als Männer – Mythos oder Realität?

Mythos oder RealitätGesunder Schlaf ist für uns alle wichtig. Frauen schlafen jedoch häufiger schlecht als Männer. Dabei handelt es sich nicht nur um subjektive Erfahrungsberichte: Diverse internationale Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das Schlafverhalten von Frauen insgesamt störanfälliger ist als das von Männern. Besonders sensibel reagierten die an den Studien teilnehmenden Frauen auf die Anwesenheit eines Bettpartners bzw. einer Bettpartnerin. Anders ausgedrückt: Frauen schlafen schlechter in Gesellschaft ihrer besseren Hälfte. Bei Männern dagegen verhält es sich genau andersherum: Ruhen sie neben der bzw. dem Liebsten, genießen sie besseren Schlaf. Welche Ursachen könnte es für diesen Geschlechterunterschied geben?

Frauen schlafen unruhiger in Gemeinschaft – Die Evolutionsbiologie gibt Antworten

Manchmal lohnt sich ein Blick in unsere steinzeitliche Vergangenheit, um bestimmte Phänomene aufzuklären. Kein Wunder also, dass die Schlafforscher sich an die Evolutionsbiologie gewandt haben, um mögliche Erklärungen für die unruhige Nachtruhe von Frauen zu finden. Der Schlaf in einer schützenden Gemeinschaft scheint evolutionsbiologisch erstmal ein Plus an Sicherheit zu bieten. Dass Männer im Gemeinschaftsverband besser schlafen können, bestätigt diese These. Um allerdings den störanfälligeren Schlaf von Frauen in Gesellschaft zu erklären, muss man schon ein bisschen weiter ausholen. Hier hilft ein Blick auf die soziale Rolle der Frau, die schon in der Steinzeit für das Wohlergehen der Gruppe verantwortlich war und sicherstellen musste, dass alle Gruppenmitglieder gut versorgt waren. Gruppensituationen erforderten von Frauen daher seit jeher deutlich mehr Aufmerksamkeit und es erscheint logisch, dass Frauen auch heute noch stärker auf äußere Reize reagieren. Zuletzt sollte auch die biologische Rolle von Frauen vor diesem Hintergrund berücksichtigt werden. Schließlich ist leichterer Schlaf ein Vorteil, wenn man sich um ein Neugeborenes kümmern muss. Da sie evolutionär darauf eingestellt sind, auf ihren Nachwuchs zu horchen, können Frauen in Gesellschaft oft nicht so ruhig schlafen wie Männer.

Frauen haben einen anderen Schlaf-Wach-Rhythmus – Veränderungen verwirren die innere Uhr

Eine weitere mögliche Erklärung, warum Frauen besser allein schlafen, liegt an ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus. Die innere Uhr von Frauen tickt anders als die von Männern, oftmals gehen sie früher ins Bett und stehen morgens früher auf. Ohne nächtliche Gesellschaft folgen Frauen ihrer inneren Uhr und müssen keine Rücksicht auf jemand anderen und dessen Gewohnheiten nehmen. Schlafen sie allerdings mit einem Partner bzw. einer Partnerin zusammen, passen sie sich oftmals unbewusst an den anderen Rhythmus an. Ein gemeinsamer Filmabend und danach noch ein wenig Musikhören mit der besseren Hälfte scheinen unbedenklich, schieben aber die natürliche Einschlafzeit immer weiter nach hinten. Um eine erholsamere Nachtruhe zu genießen, sollten Frauen daher lieber auf ihre innere Uhr vertrauen und sich schlafen legen, wenn sie müde sind, anstatt mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin die Nacht zum Tage machen zu wollen. Eine feste Schlafhygiene wirkt sich nämlich durchweg positiv auf die Schlafqualität aus.

Das Ende des Doppelbettes? – Mit diesem Kompromiss können alle besser schlafen

Ende des DoppelbettesAutomatisch generierte BeschreibungEines ist nun klar geworden: Frauen und Männer haben unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Während für Männer die Nachtruhe im Doppelbett optimal ist, können Frauen besser schlafen, wenn sie ein Bett für sich haben. Jetzt wird es kritisch: Was tun, wenn man beiden Partnern gerecht werden will? Das Schlafen im gemeinsamen Doppelbett gilt für viele immer noch als Stimmungsbarometer der Beziehung. Aber während es in gescheiterten Partnerschaften der Wunsch nach Distanz ist, der sich in einem getrennten Nachtlager äußert, kann es in gesunden Beziehungen die Priorisierung von Schlaf als Gesundheitsmarker sein, die zu getrennten Betten führt. Doch auch wenn ein Doppelbett für Frauen oft unruhigeren Schlaf bedeutet, erfüllt es im Hinblick auf die emotionale Gesundheit eine unverzichtbare Rolle: Auf nächtliche Kuscheleinheiten mit der besseren Hälfte sollte niemand verzichten müssen, denn zärtliche Berührungen sorgen bewiesenermaßen für die Ausschüttung von Glückshormonen.

Praktisch ist es, wenn ihr ein Gästebett habt, dass für die Frau als Ausweichquartier dienen kann, wenn sie sich nach ungestörter Nachtruhe sehnt. Eine gute Lösung, um mehr Ruhe auf der eigenen Seite des Bettes zu genießen, ist zudem das Boxspringbett Silence mit seinen ausklappbaren Kopfteil-Elementen. So stören dich Geräusche von draußen oder auch das Schnarchen deiner besseren Hälfte weniger. 😉

 

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