Ist ein Mittagsschlaf eigentlich gesund?

21. Juni 2022

Ist Mittagsschlaf gesund oder solltest du besser darauf verzichten? Während die einen auf ein Nickerchen am Nachmittag schwören, verteufeln die anderen die Ruhepause und meinen, dass sie sich negativ auf den nächtlichen Schlaf auswirkt. Wir haben uns einmal mit den Vor- und Nachteilen von Mittagsschlaf auseinandergesetzt und verraten dir, ob und wie lange du Mittagsschlaf halten solltest, um dich optimal erholt zu fühlen.

Ist Mittagsschlaf gesund?

 

Mittagsschlaf haltenVielleicht kennst du es auch, dass dich nach dem Mittagessen ein schläfriges Gefühl übermannt. Aber ist Mittagsschlaf überhaupt gesund und kannst du deinem Ruhebedürfnis unbesorgt nachgeben? In unserer Leistungsgesellschaft ist das Nickerchen zwischendurch verpönt. Schnell wird man als faul und nachlässig abgestempelt, wenn man nach der Mittagspause nicht sofort wieder motiviert an die Arbeit geht.

 

Dabei ist es ganz normal, sich mittags müde zu fühlen. Schließlich hast du bereits einen anstrengenden Morgen und Vormittag hinter dir. Ob in der Schule oder auf der Arbeit, unser Gehirn läuft tagsüber auf Hochtouren. Dauerkonzentration zu verlangen, ist daher unrealistisch. Wir Menschen sind schließlich keine Maschinen. Und selbst bei Letzteren muss ab und an der Akku aufgeladen werden. Wenn deine Energiekurve tagsüber nachlässt und du in ein Leistungstief fällst, ist das ein ganz normaler biologischer Mechanismus. Dein Körper möchte dir mitteilen, dass er neue Energie tanken muss. Das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf ist also ganz natürlich und wirkt sich nicht negativ auf deine Gesundheit aus. 

Die Vorteile eines Mittagsschlafes

 

Energie tankenOb die spanische Siesta oder der amerikanische Powernap – in anderen Ländern ist ein kurzes Nickerchen längst kein Tabuthema mehr. Nur wir Deutschen zermartern uns noch den Kopf darüber, ob ein Mittagsschlaf gesund ist und wenn ja, wie lange wir Mittagsschlaf halten dürfen, bevor es ins „Ungesunde“ umkippt. Bei so einer verkrampften Haltung ist es kein Wunder, dass sich hierzulande einige mit dem Nickerchen am Nachmittag schwertun. Dabei tut eine kurze Erholungspause nicht nur deinem Körper gut, sondern belebt zusätzlich deinen Geist. Der Mittagsschlaf kann viele Vorteile haben:

  • verbesserte Laune
  • Unterstützung beim Stressabbau
  • Gestärktes Immunsystem
  • Entspannung für dein Herz-Kreislauf-System
  • Bluthochdruck entgegenwirken
  • Förderung der Kreativität
  • Gut für das Gedächtnis

 

Die Frage: „Ist Mittagsschlaf gesund?“ kann daher eindeutig mit einem Ja beantwortet werden. Um von den Vorteilen zu profitieren, solltest du allerdings wissen, wie es richtig geht. 

Die Nachteile eines Mittagsschlafes

 

Dass der Mittagsschlaf sich den Ruf erworben hat, die Nachtruhe zu stören und ungesund zu sein, liegt vor allem daran, dass viele Menschen das Nickerchen falsch angehen. Ja richtig, selbst schlafen will gelernt sein! Denn ob du dich nach einem Mittagsschlaf erfrischt fühlst oder nicht, hängt vor allem mit der Schlafdauer zusammen. Wie lange du Mittagsschlaf hältst, ist also entscheidend für deine spätere Produktivität. Ein kurzes Schläfchen von bis zu 20 Minuten gilt unter Schlafexperten als ideal. Es hat eine belebende und regenerierende Wirkung und beim Aufwachen fühlst du dich so, als könntest du Bäume ausreißen.

 

Wenn du allerdings 30 Minuten oder länger schläfst, kehrt sich die erfrischende Wirkung des Mittagsschlafes ins Gegenteil um. Dies liegt daran, dass du in die Tiefschlafphase fällst. Ausreichend Tiefschlaf zu bekommen, ist zwar entscheidend für die körperliche Regeneration, jedoch ist es besonders unangenehm, aus der Tiefschlafphase geweckt zu werden. Du fühlst dich dösig, schlapp und möchtest einfach nur weiterschlafen – keine guten Voraussetzungen, um die zweite Tageshälfte mit neuer Energie anzugehen. Schläfst du länger als 90 Minuten, kannst du auch die Schlafqualität deines Nachtschlafs negativ beeinflussen. Denn bei einer so langen Schlafdauer verschiebt sich der Zeitpunkt des Einschlafens nach hinten und es wird dir schwerfallen, abends überhaupt zur Ruhe zu kommen.

Für welche Personengruppen ist der Mittagsschlaf wichtig?

 

Mittagsschlaf für Kinder und SeniorenBislang sind wir vor allem darauf eingegangen, ob Erwachsene von einem Nickerchen am Nachmittag profitieren und wie lange ihr Mittagsschlaf dauern sollte. Doch es gibt zwei Personengruppen, für die der regelmäßige Mittagsschlaf nicht nur gesund, sondern oft sogar essenziell für das Wohlbefinden ist: Kleinkinder und Senioren. Da sich Kinder noch im Wachstum befinden, haben sie einen deutlich höheren Schlafbedarf als Erwachsene. Ihr Körper fordert daher natürlicherweise mehr Ruhepausen ein und ein Unterbinden des Mittagsschlafes könnte sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Dies liegt daran, dass im Schlaf Wachstumshormone vom Körper produziert werden, die wichtig für die Zellerneuerung sind und das Immunsystem der Kleinen stärken. Zudem ist Mittagsschlaf für Kleinkinder auch deshalb gesund, weil sie während des Träumens die Eindrücke des Tages verarbeiten und neu Gelerntes festigen können.

 

Senioren haben ebenfalls ein anderes Bedürfnis im Hinblick auf den Mittagsschlaf. Denn mit fortgeschrittenem Alter verändert sich der Schlafbedarf. Oftmals verkürzt sich die Nachtruhe für Senioren und sie kommen nicht mehr auf die empfohlenen 7-8 Stunden Nachtschlaf. Dies holen sie mittags allerdings durch ein ausgiebiges Nickerchen nach. So fühlen sich die älteren Semester trotz verändertem Schlafrhythmus fit und leistungsfähig. Also sagen wir: Ein Hoch auf den Mittagsschlaf!

Bildnachweise:

Polina Zimmermann / pexels.com
Karolina Grabowska / pexels.com
Vlad Chetan / pexels.com
Mikhail Nilov / pexels.com

Tags: Mittagsschlaf, Entspannung, Regeneration
Kategorien: Allgemein, Schlaf gut