Schlafprobleme bei Kindern: Ab wann wird es ernst?

21. Februar 2024

Schlafprobleme bei Kindern lassen viele Eltern ratlos zurück. Woran liegt es nur, dass der eigene Nachwuchs nicht einschlafen kann, mehrmals pro Nacht aufwacht oder tagsüber ständig müde ist? Dabei ist ausreichend Schlaf für eine optimale geistige und körperliche Entwicklung für die Kleinen noch wichtiger als für uns Erwachsene. Wir verraten dir, woran du erkennst, ob dein Kind einfach nur ein paar Nächte schlechter schläft als sonst, oder ob es sich um ernsthafte Schlafprobleme handelt.  

Sind Schlafprobleme bei Kindern normal?

 

Fällt es dir leicht, deine Kinder abends ins Bett zu schicken, oder artet das Zubettgehen regelmäßig in einen Machtkampf aus? Schlafprobleme bei Kindern verunsichern die meisten Eltern, denn nicht immer ist ersichtlich, ob die Kleinen gerade einfach nur eine Trotzphase durchmachen, oder ob sich hinter dem Wachbleiben eine Schlafstörung verbirgt.  Dabei ist schlechter Schlaf nicht nur eine Geduldsprobe für die Eltern, sondern kann vor allem die Kinder belasten. Wenn der eigene Nachwuchs nicht einschlafen kann oder nachts immer wieder aufwacht, ist bald die gesamte Familie gestresst. Denn die mangelnde Nachtruhe kann negative Folgen für die Gesundheit der Sprösslinge haben. Genug gesunden Schlaf zu bekommen, ist eine wichtige Voraussetzung, damit wir bei optimalem Wohlbefinden bleiben. Dies gilt für Erwachsene, aber noch viel stärker für Kinder, weil diese sich noch im Wachstum befinden. So benötigen Neugeborene deutlich mehr Schlaf als Erwachsene – bis zu 17 Stunden pro Tag. Diese ausgedehnten Erholungsphasen sind wichtig, damit ihr Körper genügend Wachstumshormone ausschütten kann, die eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung beeinflussen.  

 

Was Eltern jedoch erst einmal Sorgen bereiten kann, ist der unterschiedliche Schlafrhythmus der Kleinen: Da der Schlafzyklus eines Kleinkinds mit 60 Minuten deutlich kürzer ausfällt als der von Erwachsenen ist, ist es normal, dass Babys häufiger aus ihrem Schlaf aufwachen. Dahinter steckt nicht gleich eine ernsthafte Schlafstörung: Vielleicht sehnt sich dein Kind einfach nur nach körperlicher Nähe oder wacht nachts vor Hunger auf. In diesen Fällen kannst du durch Co-Sleeping oder ein Beistellbettchen neben dem Elternbett sowie einen anderen Fläschchen- oder Stillrhythmus dafür sorgen, dass dein Nachwuchs ruhiger schläft.  

Was sind mögliche Ursachen für Durchschlafprobleme?

 

Auch wenn unruhige und unterbrochene Nächte die Eltern in den ersten Lebensmonaten ihrer Kleinen häufig auf Trapp halten, pendelt sich der Schlafrhythmus von Kindern später normalerweise von selbst ein. Kleinkindern reicht bereits eine Schlafdauer von 10 bis 15 Stunden aus, um fit und ausgeruht zu sein. Wie viel Schlaf für dein Kind optimal ist, hängt vor allem von seinem individuellen Befinden ab. Wenn dein Kind morgens ausgeschlafen und fröhlich ist, kannst du daraus schließen, dass es nachts ausreichend Erholung findet. Häufen sich dagegen tagsüber Anzeichen von Müdigkeit wie häufiges Gähnen, braucht dein Spatz möglicherweise längere Ruhezeiten, um optimal erholt zu sein. 

 

Schlafprobleme bei Kindern haben ganz unterschiedliche Gesichter, doch manchmal sind die Gründe dafür harmlos. So ist nächtliches Aufwachen für kleine Kinder bis zu 5 Jahren vollkommen normal. Meistens handelt es sich bei Durchschlafproblemen schlichtweg um eine bestimmte Phase: Wachsen etwa die Milchzähne ein oder steht ein Wachstumsschub an, können auch Kinder, die bis dahin gut durchgeschlafen haben, temporär wieder unruhigere Nächte erleben. Hier macht sich etwas Geduld auf Seiten der Eltern bezahlt, denn ist die Phase überstanden, schlafen die Sprösslinge wieder ruhiger und wachen nachts seltener auf. Hellhörig werden solltest du als Elternteil dagegen, wenn schlechter Schlaf nicht mehr nur für kurze Perioden auftritt, sondern sich über einen längeren Zeitraum häuft.  Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass dein Schatz unter einer Schlafstörung leidet.

Ab wann handelt es sich um eine Schlafstörung?

 

Schlafprobleme bei Kindern können gerade die Eltern ängstigen, denn schließlich wünschen diese sich nur das Beste für den eigenen Nachwuchs. Vielleicht hast auch du nach ein paar durchwachten Nächten schon darüber nachgedacht, die Kinderarztpraxis aufzusuchen, um die Ursachen für die Schlafprobleme deines Schatzes herauszufinden. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen können Ärzte schnell Entwarnung geben und besorgte Eltern beruhigen. Denn damit die Diagnosekriterien für eine handfeste Einschlafstörung erfüllt sind, muss ein dreijähriges Kind an fünf Wochentagen länger als 20 Minuten vor dem Einschlafen wachliegen. Auch Durchschlafprobleme werden erst dann diagnostiziert, wenn dein Kind an fünf Tagen pro Woche dreimal pro Nacht aufwacht. Diese Kriterien bestätigen, dass gelegentliches nächtliches Aufwachen kein Grund zur Besorgnis ist. Oft möchten sich Kinder lediglich vergewissern, dass ihre Eltern noch in der Nähe sind. Auch der ein oder andere Alptraum kann die Kleinen aus ihrem Schlummer wecken. 

Wie kann ich meinem Kind dabei helfen, besser einzuschlafen?

 

Es ist kein Klischee, dass sich Schlafprobleme bei Kindern vor allem beim Einschlafen zeigen. Fast jeder kennt aus seinem Bekanntenkreis eine Mutter oder einen Vater, die sich darüber sorgen, dass ihr Kind einfach nicht einschlafen will. Kleinkinder von 2 bis 5 Jahren können aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten mit dem Einschlafen haben. Manchmal sind sie einfach noch so aufgeregt vom Tag und innerlich mit dem Verarbeiten spannender neuer Ereignisse beschäftigt, dass sie unruhig und aufgekratzt sind, wenn es ins Bett gehen soll.

Damit dein Kind besser zur Ruhe kommt, kann es helfen, entspannende Schlafrituale einzuführen. So kann das gemeinsame Zähneputzen zu einer festgelegten Zeit nicht nur Struktur vermitteln, sondern auch das Signal dafür sein, dass ab jetzt alle Zeichen auf Entspannung stehen. Dementsprechend solltest du als Elternteil den Abend deines Kindes möglichst reizarm gestalten. Toben macht zwar Spaß, und auch spannende Filme sind sehr unterhaltsam, jedoch sind sie eher etwas für den Tag als für den Abend. Geht dein Kind zwar brav ins Bett, hat aber häufig Probleme mit dem Einschlafen an sich, kann Vorsingen oder das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte als schlafförderndes Ritual dienen. Wenn ihr feste Einschlafzeiten und eine entspannende Schlafhygiene einhaltet, und dein Kind dennoch nicht einschlafen kann, steckt hinter den Schlafproblemen eventuell ein verstärkter Wunsch nach Sicherheit. Einige Kinder haben Angst im Dunkeln oder fürchten sich vor dem Alleinsein. Hier kann ein Nachtlicht neben dem Bett und ein Lieblingskuscheltier zum Knuddeln möglicherweise die Lösung sein. Habt ein wenig Geduld und probiert aus, was eurem Kind guttut! 

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