Lieber 1 Stunde schlafen oder die Nacht durchmachen?

23. Juni 2022

Lieber 1 Stunde schlafen oder durchmachen? Diese Frage stellen sich nicht nur feiernde Studenten. Hin und wieder geraten wir in Ausnahmesituationen, die uns unseren wohlverdienten Schlaf kosten. Egal, ob Jobstress oder der Flug ans Urlaubsziel mitten in der Nacht – lohnt es sich unter solchen Umständen überhaupt, sich kurz hinzulegen? Wir verraten dir, was 1 Stunde Schlaf oder ein kurzes Nickerchen mit deinem Körper macht und warum durchmachen oft die schlechtere Alternative ist. 

1 Stunde schlafen oder durchmachen – ein modernes Dilemma

 

Ob Partynacht im Club, Hochzeitsfeier der besten Freunde, Stress im Büro oder der Abgabetermin der Bachelorarbeit: in Ausnahmesituationen fragt man sich schon einmal, ob man lieber 1 Stunde schlafen oder gleich die Nacht durchmachen soll. Früher folgte das Leben noch einem langsameren Rhythmus, doch unsere heutige Leistungsgesellschaft nimmt nicht immer Rücksicht auf unser Ruhebedürfnis. Wir sollen abliefern und produktiv sein und selbst in unserer Freizeit zählt die Performance. Wer will sich bei einer Partynacht im Club schon vorzeitig nach Hause gehen, wenn alle anderen noch ausgelassen feiern? Also heißt es Zähne zusammenbeißen und die Nacht zum Tag machen.

 

Durchmachen Party

 

Spätestens wenn am nächsten Morgen unsere Laune in den Keller sinkt, der Kopf dröhnt und wir uns nicht konzentrieren können, bereuen wir unsere Entscheidung. Wäre es nicht doch sinnvoller gewesen, wenigstens 1 Stunde zu schlafen, anstatt die Nacht durchzumachen

Was passiert bei zu wenig Schlaf?

 

Die meisten Menschen unterschätzen, wie wichtig ausreichender Schlaf für ihr Wohlbefinden ist. Während der Nachtruhe hat dein Körper Zeit, Wachstumshormone auszuschütten und Zellschäden zu regenerieren. Doch die Vorteile von genügend Schlaf beschränken sich nicht allein auf das Physische. Auch dein Geist fühlt sich nach einer erholsamen Nacht erfrischt. Du kannst Erinnerungen verarbeiten, vernetzen und in deinem Langzeitgedächtnis speichern. Schlafmangel stört diese wichtigen Prozesse. 1 Stunde schlafen oder wenigstens kurz die Augen zu schließen, anstatt durchzumachen hört sich plötzlich gar nicht mehr so schlecht an, oder?  

 

Schlafentzug wirkt sich sogar noch negativer auf deine Gesundheit aus, als du denkst. Denn er beeinträchtigt nicht nur die körperliche Regeneration und deine kognitiven Fähigkeiten, sondern schwächt zugleich dein Immunsystem und erhöht damit das Risiko, an bestimmten Krankheiten, wie Diabetes oder Herzleiden, zu erkranken. Jetzt haben wir bestimmt deine volle Aufmerksamkeit. Und wenn wir schon von Aufmerksamkeit sprechen – wusstest du, dass Schlafentzug für Autofahrer besonders gefährlich werden kann? Sie haben schlechtere Reaktionszeiten und sind so unaufmerksam, dass sie leicht einen Unfall riskieren.

1 Stunde schlafen oder durchmachen – was ist besser?

 

Nacht durcharbeiten1 Stunde schlafen oder die Nacht durchmachen ist aus Sicht deines Körpers eine einfache Entscheidung. Er unterliegt einem natürlichen Biorhythmus, dessen fester Bestandteil ausgiebige Ruhezeiten sind. Durch Müdigkeit macht er dich auf seine Bedürfnisse aufmerksam. Bestimmt kennst auch du das Gefühl, wenn du plötzlich zu gähnen beginnst und deine Augen immer wieder zufallen. Gegen diesen natürlichen Mechanismus anzukämpfen, macht wenig Sinn, denn Müdigkeit verschwindet nicht einfach, wenn du sie ignorierst. Auch am Folgetag wirst du dich schlapp und antriebslos fühlen – und zwar so lange, bis du endlich in dein Bett kriechst und dir eine Portion Schlaf gönnst.

 

Daher ist es empfehlenswert, dir selbst in Ausnahmesituationen so viel Schlaf wie möglich zu gönnen. Dadurch kannst du deine Schläfrigkeit reduzieren und tankst zumindest ein wenig Energie. Beim Aufwachen fühlst du dich dann wieder etwas fitter, als wenn du die ganze Nacht wach geblieben wärst. In nur 90 Minuten kannst du sogar einen kompletten Schlafzyklus durchlaufen. Die extra halbe Stunde macht sich bezahlt, denn beim Aufwachen wirst du dich deutlich wacher fühlen, als wenn du nur 1 Stunde geschlafen hättest. Dies liegt daran, dass sich dein Körper nach 90 Minuten Schlaf in der Traumphase befindet. Lebhafte Träume lassen uns oft natürlicherweise aufwachen. In dieser Phase ist dein Körper also bereit, die Augen zu öffnen. Nach 60 Minuten dagegen befindest du dich noch in der Tiefschlafphase - der wohl ungünstigste Zeitpunkt, um dich zu wecken. Zwingst du dich trotzdem dazu, fühlst du dich möglicherweise benommener als vor dem Einschlafen!

Weniger als 1 Stunde Zeit zum Schlafen – wie finde ich doch ein wenig Erholung?

 

Wenn du dir nicht mehr als 1 Stunde zum Schlafen nehmen kannst oder dich in großer Zeitnot befindest, ist die Versuchung groß, die Nacht komplett durchmachen zu wollen. Doch selbst wenn du nur 20 Minuten zum Schlafen hast, lohnt es sich, ein kleines Nickerchen einzulegen. In Amerika als Power-Nap bekannt, hilft diese Form von Kurzschlaf dabei, deinem Körper und Geist eine kleine Auszeit zu geben. Der kurze Erholungsschlaf ist zwar hauptsächlich dafür bekannt, müde Büroangestellte in der Mittagspause wieder fit zu machen, doch funktioniert ein Power-Nap genauso gut in der Nacht. Er lässt deine Leistungsfähigkeit wieder ansteigen, verbessert deine Konzentration und kann sogar beim Stressabbau helfen. Wenn du nach deiner Ruhepause wieder erwachst, hast du einen klareren Kopf und bist ausgeglichener. Nichtsdestotrotz gilt, dass dein Körper auch dann nicht optimal funktionieren kann – hole den verlorenen Schlaf deshalb so schnell wie möglich nach.

Was ist die richtige Schlafdauer für mich?

 

1 Stunde Schlaf

Ob andere lieber 1 Stunde schlafen oder die Nacht durchmachen, sollte dich nicht beeindrucken. Jeder Mensch hat schließlich einen unterschiedlichen Schlafbedarf. Nur weil ein Freund oder eine Freundin nach einer durchtanzten Partynacht noch fit ist, muss das nicht automatisch für dich gelten. Somit kann nicht generell gesagt werden, wie viel Schlaf pro Nacht für einen Menschen optimal sind.

 

Normalerweise benötigen junge Menschen etwas mehr Schlaf als ältere Semester, doch es gibt immer Ausnahmen von der Regel. Am besten hörst du daher nicht auf das, was andere dir erzählen, sondern achtest auf die Signale deines Körpers. Wie fühlst du dich am Morgen, wenn du aufwachst? Bist du ausgeschlafen und hüpfst ohne Wecker ungefähr zur gleichen Uhrzeit aus dem Bett, hast du deinen natürlichen Schlafrhythmus gefunden. Für die meisten Erwachsenen bedeutet das eine Schlafdauer von 7 bis 9 Stunden. In jedem Fall merkst du es an deinem Energielevel, wenn du ausreichend Schlaf bekommen hast. Du startest dann gut gelaunt deine Morgenroutine und freust dich auf den Tag, anstatt dich gähnend aus dem Bett zu quälen.  

 

Wenn du trotzdem einmal die Nacht durchmachen musst, solltest du den verlorenen Schlaf bei der nächsten Gelegenheit nachholen. So findet dein Körper schnell wieder zu seinem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zurück.

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