Tierisch verschlafen: Wie der Schlaf bei Tieren aussieht

08. Dezember 2020

Es gibt so viele verschiedene Tierarten auf der Welt und fast alle haben eins gemeinsam: Das Bedürfnis zu schlafen! Doch wo und wie schlummern sie am liebsten, wenn sie kein gemütliches Bett zur Verfügung haben wie wir? Wir nehmen euch mit in die Tierwelt und schauen uns den Schlaf der Tiere genauer an!

Schwerelose Träume

Flusspferde verbringen einen Großteil ihres Lebens inklusive ihrer Nachtruhe im Wasser, umso erstaunlicher ist es also, dass sie ziemlich schlechte Schwimmer sind. Dafür haben Flusspferde jedoch ein besonderes Talent im Luftanhalten: bis zu 30 Minuten können sie unter Wasser bleiben und bewegen sich trotz ihres stattlichen Gewichts von bis zu 4 Tonnen beinahe schwerelos auf dem Grund des Wassers. Da der Schlaf der Tiere in der Regel nur einige wenige Minuten dauert, lassen sie sich einfach auf den Grund sinken, um zu schlafen – und erleben so schwerelose Träume.

Meister im Luftanhalten

Ein noch größeres Talent im Luftanhalten hat die Unechte Karettschildkröte. Es handelt sich um eine Meeresschildkröte, die vor allem in tropischen und subtropischen Meeren zu finden ist. Dieses bis zu 1,20 m große Tier verbringt seinen Schlaf unterhalb der Meeresoberfläche und taucht lediglich alle zwei Stunden an die Oberfläche, um Luft zu holen. Das schafft sie nur, weil sie während des Tiefschlafes in eine Starre verfällt und somit keine Energie verbraucht.

Kuschelige Vielschläfer

Schlafender Koala

Koalas fühlen sich im Eukalyptusbaum am wohlsten, denn hier finden sie Nahrung und einen gemütlichen Schlafplatz zugleich. Das ist besonders praktisch für die süßen Tierchen, denn sie schlafen bis zu zwanzig Stunden am Tag. Echte Vielschläfer also! Um während des Träumens nicht vom Baum zu fallen, klemmen Koalas ihren Körper vorsichtshalber zwischen Astgabeln. So tanken sie genügend Kraft für ihre nächtlichen Streifzüge durch die Eukalyptusbäume.

Masse mit Klasse

Große Tiere wie Elefanten und Nashörner sind schlichtweg einfach zu groß, um im Liegen zu schlafen und wählen daher einfach die eleganteste Lösung: sie schlafen im Stehen. Außerdem sind Elefanten die Rekord-Kurzschläfer unter den Säugetieren. Die Tiere schlafen an einzelnen Tagen lediglich zwei Stunden und können bis zu drei Tage sogar komplett ohne Schlaf auskommen.

Mit halber Leistung

Delfin Tier-Schlaf

Im Gegensatz zu den klassischen Schläfern im Tierreich, gibt es Tiere, die nie komplett schlafen. Delfine, Enten und Flamingos schalten einfach nicht ab, denn eine Gehirnhälfte ist immer aktiv. Während bei Delfinen die eine Gehirnhälfte schläft, benötigen sie die andere um zu schwimmen und regelmäßig zum Luftholen an die Oberfläche zu gelangen. Nebenbei achten sie auch auf ihre Gruppenmitglieder und stupsen sie an, wenn diese mal vergessen zum Luftschnappen an die Oberfläche zu schwimmen. Schlafende Meeressäuger erkennt man daran, dass diese mit einem geöffneten Auge im Kreis treiben. Um beide Gehirnhälften abwechselnd zu beanspruchen, wechseln sie regelmäßig die Seite, auf der sie treiben.

Unzertrennliches Gespann

Seeotter sind wahre Romantiker in Sachen Tier-Schlaf. Sie halten tatsächlich Händchen mit ihren Artgenossen, während sie friedlich schlummernd auf dem Wasser treiben. So kann es nicht passieren, dass sie im Schlaf versehentlich voneinander wegtreiben.

Schlaflos in der Luft? Von wegen!

Zugvögel Schlaf

Wir konnten bereits Tiere kennenlernen, die genau wie wir Menschen eine Nachtruhe halten, sowie Tierarten, die lediglich ruhen. Aber was ist eigentlich mit Zugvögeln, die wochen- und monatelang unterwegs sind, ohne zwischendurch zu landen? Kaum zu glauben, aber die Vögel schlafen beim Fliegen! Zugvögel begeben sich in luftige Höhen und lassen sich dann gleiten, um zu schlafen – allerdings nur für etwa zehn Sekunden am Stück. Dank dieser sehr kurzen Tiefschlafphasen schaffen die Vögel es, auf ihrer Reise in der Luft zu bleiben. Es ist erstaunlich, welche cleveren Lösungen Tiere zum Schlafen haben, oder? Wir haben jetzt jedenfalls richtig Lust auf ein Nickerchen bekommen… 😉 

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