Bis wann darf ich abends Koffein zu mir nehmen?

Abends Koffein

Koffein am Abend wird nachgesagt, die biologische Uhr des Menschen aus dem Takt zu bringen und auf diese Weise Schlaflosigkeit und Schlafstörungen zu fördern. Du schläfst manchmal schlecht und hast schon im Verdacht, dass koffeinhaltige Getränke dabei eine Rolle spielen könnten? Wir klären alle Mythen rund um Kaffee, Koffein und Einschlafprobleme für dich auf!

1. Kaffee am Abend – Bringt uns Koffein aus dem Takt?
2. Die Wirkung von Koffein auf den Körper
3. Kaffee und Schlaf – Koffein wirkt individuell unterschiedlich

Kaffee am Abend – Bringt uns Koffein aus dem Takt?

Schlafen und KoffeinKoffein ist schon seit Langem als der Muntermacher schlechthin bekannt und aus der Alltagsroutine der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Für viele von uns ist der morgendliche Genuss einer Tasse Kaffee ein lieb gewonnenes Ritual, das zugleich dafür sorgt, dass uns der Start in den Tag leichter fällt. Schließlich schmeckt frisch aufgebrühter Kaffee nicht nur himmlisch lecker, sondern wirkt dank des enthaltenen Koffeins auch als praktischer Wachmacher. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Kaffee übersetzt „anregendes Getränk“ bedeutet, denn Koffein putscht uns auf und sorgt dafür, dass wir uns frisch und munter fühlen.

Einige Kaffeeliebhaber schwören auch nach dem Mittagessen zur Überbrückung eines Leistungstiefs auf die anregende Wirkung des Heißgetränks, und in vielen Lokalen wird eine Tasse Kaffee nachmittags gerne zu Kuchen und Kaffee gereicht. Abends hingegen meiden die meisten Konsumenten ihren geliebten Kaffee und vertrauen auf die bekannte Warnung, dass später Kaffeegenuss das Einschlafen behindern und für unfreiwillig durchwachte Nächte verantwortlich sein soll. Aber bringt Koffein die innere Uhr tatsächlich dermaßen aus dem Takt, oder wird dem Kaffee zu Unrecht ein schlafstörendes Potenzial attestiert?

Die Wirkung von Koffein auf den Körper

Vielleicht ist dir bislang gar nicht bewusst, wie viel Koffein du täglich überhaupt zu dir nimmst. Der beliebte Wachmacher findet sich immerhin nicht nur im Kaffee, sondern ist unter anderem auch in Cola, Energy-Drinks und Bitterschokolade (stolze 88 mg Koffein pro 100g!) enthalten. Doch was genau bewirkt die Substanz eigentlich in deinem Körper?

Als sogenanntes Alkaloid ist Koffein in allerlei Pflanzen enthalten, welche die Substanz zur Abwehr von Schädlingen nutzen. Der reine Stoff tritt als weißes, geruchsloses Pulver auf, dessen bitterer Geschmack nicht wirklich die Sinne umschmeichelt. Als Zugabe in Getränken fällt Koffein allerdings in keinster Weise geschmacklich auf und entfaltet seine stimulierende Wirkung, welche die menschliche Psyche und somit auch die Stimmung beeinflussen kann und noch etwa 4 Stunden nach dem Konsum anhält. Heutzutage lässt sich Koffein sogar synthetisch herstellen, sodass sich der Koffeingehalt von Getränken nach Belieben verändern lässt. Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Menge entscheidet ganz wesentlich über die Wirkung des Stoffes auf unseren Körper. Ein Konsum von weniger als 200 mg Koffein täglich gilt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als unbedenklich, das entspricht ca. 2-3 Tassen Kaffee.

Koffein kann sich unter anderem folgendermaßen auf den menschlichen Organismus auswirken:

  • Anregung des Zentralnervensystems
  • Erweiterung der peripheren Blutgefäße
  • Beschleunigung der Herzfrequenz
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Gesteigerte Darmtätigkeit

Kaffee und Schlaf – Koffein wirkt individuell unterschiedlich

Kaffee Koffein zum EinschlafenDa Koffein erwiesenermaßen eine anregende, stimulierende Wirkung auf den menschlichen Körper haben kann, liegt der Umkehrschluss nahe, dass der Konsum von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken zu unruhigen Nächten führt. Ganz so einfach lässt sich das aber nicht behaupten, denn die Wirkung von Koffein ist individuell unterschiedlich. Mehrere Studien zu Koffein im Zusammenhang mit Schlaf kommen zu dem Ergebnis, dass die Substanz eine wachmachende Wirkung haben kann – aber nicht muss. Einige Menschen reagieren mit einer verlängerten Einschlafzeit und einer kürzeren Tiefschlafphase tatsächlich sehr sensibel auf den Stoff, während andere Konsumenten nicht von einer derart stimulierenden Wirkung betroffen sind und daher auch problemlos wieder einschlafen, selbst wenn sie nach 16:00 Uhr einen Kaffee genossen haben. Der Grund für diese Unterschiede liegt zum Teil in den Genen, doch auch die Konsumgewohnheiten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Gewohnheitsmäßige Kaffeetrinker berichten seltener über Schlafstörungen und Einschlafprobleme im Zusammenhang mit Koffein.

Solltest du also seit jeher abends eine Tasse Espresso genießen, hast jedoch erst seit Kurzem Einschlafprobleme bemerkt, ist Koffein mit relativ großer Sicherheit nicht dafür verantwortlich. Du möchtest in Sachen Kaffeegenuss trotzdem lieber auf Nummer sicher gehen? Dann können entkoffeinierter Kaffee oder ein heißer Tee vor dem Zubettgehen eine leckere Alternative sein – so steht der entspannten Nachtruhe nichts mehr im Wege!

Kategorien: Allgemein, Schlaf gut